Überfordert und schlaflos. Was tun?

Ob am Arbeitsplatz oder in der Freizeit - Stress gehört zum "modernen" Leben häufig dazu. Bei starker Belastung reagiert der ganze Organismus: In Sekundenbruchteilen schüttet er vermehrt Hormone wie Cortisol, Noradrenalin und Adrenalin aus. Dadurch kommt es zur Steigerung von Herzfrequenz und Blutdruck.

Hin und wieder Stress zu haben, ist nichts Negatives - im Gegenteil. Problematisch wird es aber, wenn der Körper ständig in Alarmbereitschaft ist. Dann laufen z. B. Herz und Kreislauf permanent auf Hochtouren und können Schaden nehmen. Zu den häufigen Folgen zählen auch Kopfschmerzen, Magenweh und Durchfall.

Bei langanhaltendem Druck ohne Aussicht auf Veränderung leidet vor allem die Psyche und reagiert etwa mit Schlafstörungen. Wer Probleme und Hektik abends mit ins Bett nimmt, wälzt sich stundenlang hin und her, liegt wach und grübelt. Dabei benötigt man die Nachtruhe dringend, um die "Batterien" wieder aufzuladen. Ansonsten ist man nicht fähig, seinen fordernden Alltag zu meistern, Leistungsabfall und Konzentrationsschwäche treten auf.

Versuchen Sie daher, an der Wurzel des Übels anzusetzen: Überlegen Sie, was Sie belastet. Stress ist oft durch zu hohe Anforderungen an sich selbst „hausgemacht". Entspannungstechniken und sportliche Betätigung bauen Druck ab. Sorgen vor dem Zubettgehen mit dem Partner besprechen oder zu Papier bringen. Das stoppt jenes "Gedankenkarussel", das am Einschlafen hindert. Keine aufwühlenden Filme vor dem Zubettgehen ansehen. Stressoren wie Handy und Computer aus dem Schlafzimmer verbannen. Auch pflanzliche Präparate mit Baldrian, Passionsblume und Hopfen können nervöse Unruhe lindern. Mit hartnäckigen Schlafstörungen zum Arzt!

Stress. FAQ

Wann sollte man mit Schlafstörungen einen Arzt aufsuchen?

Wenn große Erschöpfung oder im Laufe der Zeit sogar Depressionen auftreten.

Wann kommen Medikamente zum Einsatz? Worauf ist zu achten?

Schlafmittel dürfen nur nach Absprache mit einem Arzt und möglichst kurz eingenommen werden. Es kann sich nämlich ein Gewöhnungseffekt einstellen, dadurch wird unter anderem die Wirksamkeit herabgesetzt.

Grundsätzlich sollte der erste Behandlungsschritt aber immer die Ausschaltung der Stressfaktoren sein. Wer sich damit schwer tut und den zugrunde liegenden Auslöser (z. B. selbst gemachter Stress) "bearbeiten" will, ist mit psychotherapeutischer Hilfe gut beraten. Auch Hypnose und pflanzliche Präparate haben sich bei Schlafstörungen bewährt.

Können Schlafstörungen auf den Beginn einer Erkrankungen hinweisen?

Ja. Diese können etwa erste Anzeichen eines Burn-outs sein. Weitere häufige körperliche Beschwerden sind Atemnot, Herzrasen und Schwindel. Zudem treten oft Überforderung, ein Gefühl der Leere sowie sozialer Rückzug auf.