Bei unserem Ziel, unnötige Hetze zu vermeiden, ist es selbstverständlich, dass man das Haus morgens für den Weg zur Arbeit rechtzeitig verlässt. Lieber ein wenig zu früh zur Arbeitsstelle gelangen, als in Gefahr kommen, wegen Verspätung vielleicht Nachteile zu erleiden. Oft kann man die gewonnene Zeit dann nutzen, sich noch in Ruhe auf die Arbeit einzustellen oder ein Gespräch mit ein paar Kolleginnen oder Kollegen zu führen. So etwas kann durchaus entspannend sein und die Arbeitsatmosphäre verbessern.
Wenn es von der Entfernung her möglich ist, sollte man den Weg zur Arbeitsstätte zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurücklegen. Wenn Sie das Auto zu Hause lassen, schonen Sie nicht nur Ihre Umwelt, sondern auch sich selbst. In kaum einem anderen Bereich gibt es so viele Stressoren wie im täglichen Straßenverkehr zu den sogenannten Stoßzeiten. Da gibt es Ärger über lange Wartezeiten, über Falschparker, da ist ständige Konzentration nötig, Lärm und Abgase umgeben einen.
Selbst bei Leuten, die von sich behaupten, ihnen mache Autofahren überhaupt nichts aus, konnte man erhöhten Blutdruck als Folge des Stresses feststellen, solange sie hinterm Steuer saßen.
Wenn Sie dennoch auf das Auto nicht verzichten können, so sollten Sie doch so fahren, dass der Stress möglichst gering bleibt. Das heißt konkret: rechtzeitig wegfahren, das heißt „defensives Fahren". Sie sollten nicht unbedingt überholen wollen, sollten den anderen Verkehrsteilnehmer als Partner und nicht als Gegner sehen, so schlecht er in Ihren Augen auch fahren mag. Lieber mal jemandem den Vortritt lassen, als zu drängeln. Gleichmäßiges Fahren anstatt ständigem Beschleunigen und Bremsen schont nicht nur Ihr Auto, sondern auch Ihre Nerven.
Eine weitere Möglichkeit, Nerven und Geld zu sparen und gleichzeitig die Umwelt zu schonen, ist die Bildung von Fahrgemeinschaften mit Leuten, die den gleichen Weg zur Arbeit haben. Die Vorteile liegen auf der Hand. Man muss sich nicht selbst jeden Tag hinters Steuer klemmen, hat geringere Ausgaben für Benzin und trägt zur geringeren Verpestung der Luft bei. Nur in einer Gesellschaft wie der unsrigen, wo jeder vor allem an sich selbst denkt, konnte der Wunsch entstehen, am liebsten alleine in einem für vier oder fünf Personen zugelassenen Wagen zu fahren.
Wenn Sie sich entschließen können, Ihren Wagen ganz zu Hause zu lassen, ist der Vorteil ein doppelter: Der Straßenverkehr wird entlastet, Sie haben weniger Stress und mehr Bewegung, also auch mehr Stressabbau. Leider ist bei unseren vom Auto bestimmten Verkehrsverhältnissen das Radfahren und Zu-Fuß-Gehen auch nicht immer ungefährlich und stressfrei. Selbst dort, wo vernünftig denkende Kommunalpolitiker für genügend Fuß- und Radfahrwege gesorgt haben, bleibt noch der Stress, der vom Verkehrslärm und den Auspuffgasen der Autostraßen verursacht wird und auch die Radfahrer auf dem Radweg belästigt.
Wem der Weg zur Arbeit aber zu weit zum Gehen oder Radfahren ist, dem bleiben noch die öffentlichen Verkehrsmittel, mit denen man gut und stressfrei, ja sogar erholsam zur Arbeit gelangen könnte, wenn diese in dichteren Abständen und nicht nur nach Rentabilitätsmaßstäben verkehren würden.