Feierabend - freie Zeit für die Gesundheit

Sprich dir die Seele frei

Ist es nicht gelungen, den Ärger aus dem Büro in ruhigen Gesprächen auszuräumen, sollten Sie zunächst gleich zu Hause mit Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin darüber sprechen. Das ist besser und gesünder, als den Ärger in sich hineinzufressen, unleidlich herumzusitzen oder die aufgestauten Aggressionen an Ihrer Familie auszulassen.

Nur wenn Sie bereit sind, sich die Seele freizusprechen, die aufgestauten Spannungen abzubauen, den „Dampf abzulassen", können Sie einen erholsamen Feierabend genießen. Die Familie sollte Ihnen dabei eine Stütze sein, auf die Verlass ist und zu der Sie immer mit Ihren Sorgen kommen können. Das ist sicherlich ein wichtiges Merkmal echter Partnerschaft. Meine Bitte gilt also auch der Familie des Heimkommenden, ihn oder sie nicht gleich mit Anforderungen zu überfallen, sondern erst mal zuzuhören und ein wenig Ruhe zu gönnen.

Natürlich kann es auch zu Hause Ärger gegeben haben. Sei es, dass in der Schule der Kinder etwas schiefgelaufen ist, dass es im Haushalt Probleme gab oder sonst irgendetwas Schwierigkeiten gemacht hat. Selbstverständlich gilt auch hier das Gebot des Zuhörens und Sich-Aussprechens.

Meist ist noch etwas Zeit zwischen Heimkommen und Abendessen. Nutzen Sie sie vielleicht zu einem kleinen Spaziergang oder für ein wenig Arbeit im Garten. Wenn Sie sich ganz besonders abgespannt fühlen, würden wir Ihnen ein Kräutervollbad empfehlen. Das wirkt oft Wunder.

Ein Kräuterbad wirkt Wunder

Wenn Sie ein warmes Vollbad nehmen, sollte die Wassertemperatur nie höher als die Körpertemperatur sein, da Sie sonst nur noch mehr ermüden.

Im Bad sollten Sie sich völlig ausstrecken, Muskeln und Glieder entspannen und versuchen, an schöne Dinge oder an nichts zu denken. Selbst das oft belächelte Spielen mit dem Wasser, dem Schaum oder einem Schiffchen kann zur Entspannung beitragen, ebenso wie das Singen oder Pfeifen eines Liedes. Scheuen Sie sich also nicht, Ihren Lieblingssong vor sich hinzuträllern, und genießen Sie die angenehme Entspannung im Bad.

Die entspannende und beruhigende Wirkung wird dabei noch erhöht, wenn Sie dem Bad Kräuterzusätze beigeben. Es gibt eine Reihe von echten, auf natürlicher Basis hergestellten Badezusätzen zu kaufen, so dass es sich nicht lohnt, diese selbst herzustellen. Nur sollten Sie darauf achten, dass es sich nicht um Billigprodukte handelt, bei denen die natürlichen Kräuter durch Aromastoffe ersetzt sind oder denen haut- und umweltschädliche Stoffe beigefügt wurden.

Empfehlen würden wir Ihnen als Badezusatz z.B. ein Melissenbad. Die Melisse übt eine beruhigende Wirkung auf Haut und Nerven aus (siehe auch unseren Abschnitt über Heilkräuter). Beruhigend wirkt aber auch ein Baldrianbad. Der Baldrian zählt ja in seinen verschiedensten Anwendungsformen schon von alters her zu den natürlichen und unschädlichen Nervenberuhigungsmitteln aus dem Kräutergarten.

Ebenso empfehlenswert ist ein Heublumenbad. Bei den Heublumen handelt es sich nicht um eine bestimmte Pflanzenart, sondern um die mit dem Gras abgemähten Blumen, die nach dem Trocknen des Heues ausfallen und in ihrer Mischung eine wohltuende, zugleich durchblutungsfördernde, anregende und entspannende Wirkung haben.

Durchblutungsfördernd und anregend wirken außerdem auch Bäder mit Rosmarin oder Kampfer. Allerdings sollten Sie diese nicht anwenden, wenn Sie bald darauf schlafen gehen wollen, sondern nur, wenn Sie noch einen größeren Abendbummel vorhaben.

Radio und Fernsehen - Entspannung oder Stress?

Die elektronischen Unterhaltungsmedien sind in unserer Zeit allgegenwärtig und beherrschend. In vielen Familien laufen das Radio und nach Programmbeginn der Fernseher nahezu ununterbrochen. Selbst neben dem Essen, neben den Schularbeiten der Kinder, neben den immer spärlicher werdenden Unterhaltungen wird auf die Dauerberieselung aus dem Äther nicht verzichtet. Gemeinsames Familienleben, anregende Gespräche, gemeinsame Spiele werden dabei vernachlässigt, vom gemeinsamen Musizieren oder Vorlesen ganz zu schweigen. Ein Miteinander-Sprechen, ein Sich-Aussprechen, die Teilhabe an den Problemen der anderen sind unter diesen Voraussetzungen oft kaum mehr möglich.

Natürlich kann angenehme Musik oder auch zeitweiliges Fernsehen zur Entspannung nach der täglichen Anstrengung beitragen, aber dies sollte nicht die ganze Freizeit umfassen. Denn andererseits enthält das Fernsehen auch viele stressfördernde Momente: die aufregenden Sendungen, die Konzentration auf den Bildschirm, die ständige Geräuschkulisse bei Filmen und die Lichtreize bei Show-Sendungen sind alles andere als entspannend. Dazu kommt, dass das Fernsehprogramm den Zeitablauf des Familienlebens und der Freizeitgestaltung mitbestimmt und sich deshalb der Zeitplan nicht nach den eigenen Bedürfnissen richtet.

Wer das Fernsehen zur Entspannung nutzen möchte, anstatt sich erneuten Dis-Stress aufzuhalsen, sollte es auf ein paar Sendungen reduzieren, die ihn interessieren und ihm Anregungen verschaffen können. Überhaupt sollte man sich endlich bewusst machen, dass jedes Fernsehgerät auch einen Knopf zum Ausschalten besitzt...

Entspannungsspaziergang

Oft bleibt am Abend, besonders im Sommer, noch die Zeit zu einem kleinen oder größeren Spaziergang allein oder mit der Familie. Solch ein Spaziergang kann sowohl entspannen wie auch anregen. Die Bewegung an frischer Luft hilft beim Abbau des Stresses. Dies ist Gelegenheit für Gespräche, für entspannendes Naturbeobachten, eventuell fürs Fotografieren.

Neue Erfahrungen werden eröffnet. Das Nachdenken über die Rolle des Menschen in seiner natürlichen Umgebung trägt zu einer neuen Lebenseinstellung bei, in der nicht mehr das „Immer-mehr-haben-Wollen", das „Besser-sein-Wollen" als andere im Vordergrund steht.

Auch im Herbst und Winter, wenn es nach Feierabend schon dunkel ist, sollten wir zumindest noch einen kurzen Spaziergang unternehmen, damit wir uns noch etwas Bewegung und Sauerstoff verschaffen.

Entspannung durch Sport, Spiel und Geselligkeit

Über die Wichtigkeit regelmäßiger Bewegung ist sich heutzutage jeder im Klaren. Ein gewisses Maß an körperlicher Anstrengung ist unbedingt vonnöten, um Herz und Kreislauf in Schwung zu halten, um Stress abzubauen. Möglichst täglich einmal sollten wir ins Schwitzen kommen, sollte unser Puls Werte um 130 Schläge pro Minute erreichen. Verrichten wir keine körperlich anstrengende Arbeit, ist ein sportlicher Ausgleich zur Aufrechterhaltung der Gesundheit nötig.

Außerdem kann körperliches Training Gefühle von Eustress auslösen. Die Freude an der Bewegung, am eigenen Körper, die Überwindung von Trägheitsgefühlen sind Erlebnisse, die das Herz buchstäblich höher schlagen lassen.

Umgekehrt wissen wir, dass Sportarten, bei denen Leistungs- und Konkurrenzdenken einen breiten Raum einnehmen, zur Erholung wenig geeignet sind. Deshalb sollten Sportarten im Vordergrund stehen, die einfache natürliche Bewegungsabläufe bedingen wie Laufen, Radfahren und Schwimmen. Oder auch Sportarten, die spielerisch Freude bereiten, wie einige Ballspiele, die man ja nicht immer todernst und wettkampfmäßig betreiben muss. Zur Freude am Spiel gesellt sich bei den Ballspielen oft auch die Freude an der Geselligkeit, deren Pflege uns viele positive Erfahrungen schenken kann.

Im Kreise der Familie, im Bekanntenkreis oder auch im Verein können wir wieder lernen, miteinander zu spielen, anstatt gegeneinander zu kämpfen oder zu wetteifern. Diesem Bedürfnis tragen viele neu gegründete Freizeitclubs Rechnung.

Auch die Nachbarschaft sollte in unserer Zeit wieder mehr gepflegt werden. Wo früher Nachbarschaftshilfe selbstverständlich war, selbst dann, wenn es Streitpunkte gab, ist heute vielfach die Gleichgültigkeit gegenüber dem Nachbarn die Regel geworden - und das nicht nur in den Wohnsilos der großen Städte. Gemeinsame Veranstaltungen mit den Nachbarn, Haus- und Straßenfeste sind ebenso wünschenswert wie das gemeinsame Anlegen von Freizeiteinrichtungen und Spielplätzen in den Wohnsiedlungen. Beim gemeinsamen Schaffen gewinnen wir Eustress durch Freude - statt Dis-Stress durch Streit.

Doch sollte sich niemand zu Gemeinsamkeiten zwingen. Wer mehr Freude am Alleinsein hat, wer gerne im stillen Kämmerchen seinen Hobbies nachgeht, soll auch dies dürfen und sich nicht neue Verpflichtungen in puncto Geselligkeit aufhalsen müssen.

Entspannung in der Sauna

Das finnische Dampfbad, die Sauna, hat sich in den letzten Jahren mehr und mehr bei uns durchgesetzt, ja ist geradezu in Mode gekommen. Wer die Regeln des richtigen Saunabadens beachtet, hat die Möglichkeit, sich zu entspannen und gleichzeitig Kreislauf und Durchblutung anzuregen. Gerade das rechte Mittel, um Stress vorzubeugen und zu vertreiben. Ein Saunabesuch pro Woche, und Sie leisten einen wichtigen Beitrag zu Ihrer Gesundheit.

Entgegen landläufiger Meinung verträgt nahezu jeder einen Saunabesuch. Nur wer an schweren chronischen Krankheiten oder Infektionen leidet oder stark erhöhten Blutdruck hat, sollte auf den Saunabesuch verzichten. Leute mit geschwächtem Kreislauf müssen sich bezüglich Dauer und Wärme etwas zurückhalten und sollten den Sprung ins eiskalte Tauchbecken unterlassen.

Wie Sie den Saunabesuch am günstigsten gestalten, können Sie in jeder Sauna an Aushängen nachlesen, oder Sie informieren sich beim Personal darüber. Auch Bücher und Broschüren weisen Ihnen den richtigen Weg zum gesunden Saunabesuch.

Ein persönlicher Ratschlag am Schluss: Saunabaden soll entspannen. Falscher Ehrgeiz, das Ertragen von Wärme betreffend, ist ebenso fehl am Platz wie lautes Reden oder anstrengende Lektüre im Sauna- oder Ruheraum.

Das richtige Abendessen als Stressbremse

Für das Abendessen gilt dasselbe wie für alle anderen Mahlzeiten. Die Atmosphäre sollte ruhig und entspannt sein. Laute Gespräche, heftige Diskussionen, laute Musik oder gar ein im Hintergrund plärrender Fernsehkasten haben am und um den Abendbrottisch nichts zu suchen.

Lassen Sie sich zum Essen unbedingt Zeit. Gut gekaut ist halb verdaut. Getränke können Sie in Essenspausen zu sich nehmen, nicht jedoch zum Hinunterspülen ungekauter Nahrung.

Auch ein schön gedeckter Tisch und ein bunt dekorierter Teller erfreuen das Auge und tragen zur besseren Verwertung des Essens und zur angenehmeren Essatmosphäre bei. Es heißt nicht ohne Grund: Das Auge isst mit.

Natürlich empfehlen wir Ihnen, auch beim Abendessen auf vollwertige Nahrung umzusteigen, bei der die industriell gefertigten Nahrungsmittel, Kochsalz, Zucker und tierische Fette eingeschränkt werden sollten. Da dem Körper nur noch kurze Zeit bis zum Schlaf bleibt, um die Verdauung in Gang zu setzen, sollte das Abendessen nicht zu spät eingenommen werden und möglichst leicht verdaulich sein. Leider hat es die moderne Arbeitswelt mit sich gebracht, dass in vielen Familien die Hauptmahlzeit erst abends eingenommen wird. Dann sollten Sie jedoch den Zeitpunkt möglichst früh legen.

Als leichte Kost empfehlen wir vor allem Rohkostgerichte und Salate. Für die Auswahl der Rezepte stehen Ihnen heute viele Kochbücher über Vollwertkost zur Verfügung.