Das Aufwachen am Morgen

MorgenmuffelFangen wir gleich einmal beim morgendlichen Aufwachen an. Versuchen Sie auf alle Fälle rechtzeitig aufzuwachen, den Wecker lieber etwas früher als zu spät zu stellen, und stehen Sie beim Läuten des Weckers auch tatsächlich auf. Viele Menschen, die man oft wenig liebevoll „Morgenmuffel" nennt, versuchen täglich, dem Wecker noch ein paar Minuten oder gar ein Viertelstündchen abzutrotzen, ihn auf vielfältige Weise zu überlisten. Aber in Wirklichkeit betrügen sie sich nur selbst damit, denn die fehlende Zeit muss dann ja doch eingeholt werden, und schon nimmt der tägliche Stress seinen Anfang.

Schnell die Morgentoilette erledigt, ein Schlückchen Kaffee im Stehen, rein in die Klamotten, und schon beginnt das Rasen zur Haltestelle oder die morgendliche Hetzjagd im Auto. Wer den Tag so beginnt, wird ihn in der Regel auch ebenso fortsetzen. „Einmal im Stress, den ganzen Tag im Stress", könnte man fast als Regel formulieren.

Wieviel anders kann das alles aussehen, wenn Sie sich wirklich rechtzeitig aus den Federn erheben und dann in aller Ruhe die notwendigen morgendlichen Verrichtungen hinter sich bringen. Das heißt nun nicht, dass Sie beim Weckerläuten wie von der Tarantel gestochen aus dem Bett springen sollen.

Sehen Sie sich einmal die Tiere, einen Hund zum Beispiel, beim Aufwachen an. Sie recken sich und strecken sich gemächlich, bis wieder alle Muskeln und Glieder ihren Dienst tun, und erheben sich dann langsam auf ihre Beine. Wir würden Ihnen empfehlen, es ihnen gleichzutun, denn dies entspricht auch unseren natürlichen biologischen Verhaltensweisen.

Und ein paar Minuten im Bett nach dem Weckerläuten können Sie sich auch gönnen. Diese Minuten helfen oft, sich gedanklich auf den Tag einzustellen, auch geistig „zu sich zu kommen". Nur sollten Sie dabei nicht denken, wieder einschlafen zu wollen, nicht denken: „Ach, könnte ich noch im Bett bleiben", sondern sich auf den Tag und auf Ihre Umgebung einstellen.

Eine liebevolle morgendliche Begrüßung des Partners oder der Partnerin, der/die ja auch vom Wecker aufgewacht oder im Schlaf gestört worden ist, kann den Beginn des Tages erleichtern. Noch im Bett kann die innere Sammlung, die Vorbereitung auf den Tag beginnen. Was wird der Tag bringen?

Hier unterscheiden sich wiederum die Charaktere. Der eine wacht mit Angstgefühlen auf, sieht in erster Linie das Negative, das bevorsteht. Am liebsten würde sich so ein Mensch wieder ganz im Bett verkriechen. Wer den Tagesbeginn so erlebt, wird auch tatsächlich viel Negatives wahrnehmen und viele Dinge als Stress erleben, denn Ängste und Abwehrverhalten begünstigen ja, wie wir schon gesehen haben, den krankmachenden Dis-Stress in hohem Maße.

Wer jedoch gewohnt ist, eher das Positive am nun beginnenden Tag zu sehen, wird bereits freudig aufstehen, eher munter sein, und er wird tatsächlich auch mehr Positives erleben und weniger dem Stress ausgeliefert sein. Natürlich gibt es auch in unserer Welt genügend Dinge, die zum Fürchten sind, die Ängste und Misstrauen auslösen können. Wir wollen auch nicht dazu raten, alle Probleme blauäugig zu verdrängen, aber viele Ängste und negativen Gefühle sind unnötig und lassen sich vermeiden, wenn Sie lernen, die Welt positiver zu sehen. Dann bleibt Ihnen schon eine ganze Menge an Stress erspart.